So verwendest du Website-Umfragen, um die Conversions zu steigern

Zeige einer Expertengruppe eine Landingpage und frag sie, was damit nicht stimmt – jeder wird eine Antwort haben.

Aber wie zusammenhängend sind diese Antworten? Wie genau? Wie umsetzbar?

Es stellt sich heraus, dass selbst wenn das Gremium aus Experten besteht, die Meinungen nicht so klar  und eindeutig sind, dass wir von solider Forschung sprechen könnten.

Und Website-Umfragen (On-Site-Surveys) können entscheidend sein, um Erkenntnisse für die Conversion-Optimierung zu gewinnen.

Website-Umfragen (On-site-surveys) definiert

Ich habe schon vor einiger Zeit einen Artikel über Kundenumfragen (Customer-surveys) geschrieben, und obwohl beide Arten von Umfragen unter die breite Kategorie der „qualitativen Forschung“ fallen, unterscheiden sich die Umfragen auf der Seite in ihren Zielen und ihrer Ausführung.

Während Kundenumfragen Fragen an Personen stellen, die etwas auf deiner Website gekauft haben (deine aktuellen oder früheren Kunden), stellen Website-Umfragen Fragen an Personen auf deiner Website dar (möglicherweise in verschiedenen Segmenten).

On-site survey - Website Umfrage (on-site-survey) - Pop-up von Qualaroo

Website-Umfrage Pop-Up

In der Conversion-Forschung ist das Ziel bei beiden Umfrage-Typen das gleiche. Du versuchst, Hürden und Conversion-Hemmer zu identifizieren.
Website-Umfragen (On-page-surveys) bieten einen interessanten Blick darauf, denn im Gegensatz zu Erinnerungen an bereits vergangene Erfahrungen erhältst du das Feedback deiner Besucher während sie deine Website erleben.

Website- und Exit-Umfragen sind in der Regel Pop-up-Formulare, die dem Besucher nach bestimmten Regeln angezeigt werden – z. B. Zeit auf der Website, Anzahl der besuchten Seiten, Aktivität (z. B. bewegt sich der Mauszeiger aus dem Browser-Fenster um den Tab zu schließen).

Was kannst du aus Website-Umfragen lernen?

Hier einige Beispiele, was wir aus Website-Umfragen (hier weiterer Input) lernen können:

  • Usability- und Design-Problemen aufdecken.
  • nach Engpässen in unseren Prozessen suchen.
  • die grundlegenden Ursachen verstehen, warum unsere Besucher aufgeben und abspringen.
  • Besuchersegmente unterscheiden, deren unterschiedliche Motivationen für ähnliche Aktivitäten auf der Website durch Webanalyse nicht erkannt werden kann.
  • die Nachfrage nach neuen Produkten oder Verbesserungen an bestehenden Produkten identifizieren.
  • Herausfinden wer der Kunde ist und genaue Personas zu unseren Marketing-Tools hinzufügen.
  • Entschlüsseln, was die Absicht unserer Besucher ist. Was versuchen sie zu erreichen? Wie können wir ihnen dabei helfen?
  • Herausfinden wie sie einkaufen (für den Vergleich zu Mitbewerbern, welche Vorteile die Kunden suchen und welche Wörter und Redewendungen sie verwenden, etc.)

Vor allem aber wollen wir herausfinden, wo die Reibung im Einkaufsprozess entsteht. Welche Ängste haben die Besucher, z.B. ihre Kreditkartennummer einzugeben? Welche Zweifel haben sie noch an deinem Produkt? Was hindert sie am Kauf – sind es emotionale, funktionale oder andere Gründe?

Hinweis: Es gibt natürlich noch andere Themen, die wir aus Website-Umfragen lernen können, wie zum Beispiel dein Net-Promoter Score (NPS). Es gibt Haufenweise guten Artikeln zu diesem Thema, also konzentrieren wir uns in diesem Artikel nur auf das Thema des Conversion-Research.

Website-Umfragen, die Reibung enttarnen, erhöhen die Conversions

Website-Umfragen sind entscheidend für den Conversion-Research. So hat es Dustin Drees, Optimierungsberater, formuliert:

Dustin Drees:

“On-page surveys are great for in-the-moment feedback, which means they’re well suited for pages in your conversion path that underperform. What are the key pages on your site with a high exit percentage? What questions do you need to ask to understand why visitors are dropping off on these pages? You can use these insights to inform your test hypotheses later.”

Fallstudie Optimizely & Teespring

Nehmen wir zum Beispiel diese Fallstudie, die Optimizely über Teespring geschrieben hat. Teespring sammelte auf verschiedenen Wegen qualitatives Feedback, darunter Kundenumfragen, Live-Chat und Website-Umfragen. Durch ihre Recherchen stellten sie fest, dass die Glaubwürdigkeit der Seite ein Problem war. Teespring hat ein unkonventionelles Geschäftsmodell, sie liefern die Shirts nur aus, wenn die Mindestbestellmenge erreicht ist. Das Ziel musste es also sein, ganz besonders vertrauenswürdig zu erscheinen und externe Vertrauensmaßnahmen einbinden.

Teespring Website-Umfrage (on-site-survey)

Teespring Website-Umfrage (https://blog.optimizely.com/2015/10/07/online-surveys/)

 

Bei der Durchführung von Kundenumfragen und dem Sammeln von Feedback hörten sie Sätze wie: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Kreditkarteninformationen abgeben sollte“, und „Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein T-Shirt wirklich bekommen werde.“

Durch dieses Feedback hat das Team einen Test zweier Call-to-Action-Buttons (CTAs) durchgeführt.

Das Original:

Teespring A/B-Tests "CtA" - Buy it now - Baseline (vor Website-Umfragen)

Teespring A/B-Tests „CtA“ – Original – Buy it now (https://blog.optimizely.com/2015/10/07/online-surveys/)

Und die Variation:

Teespring A/B-Tests "CtA" - Buy it now - Variation nach Website-Umfrage

Teespring A/B-Tests „CtA“ – Variation – Buy it now (https://blog.optimizely.com/2015/10/07/online-surveys/)

Die subtile Veränderung in den Texten unterhalb des CtA’s führte zu einer Steigerung der Conversions um beeindruckende 12,7%.

Stimme-des-Kunden Research mit Website-Umfragen

Ein weiteres Beispiel stammt aus dem Blog von ConversionXL – eine Fallstudie von Jen Havice und Dustin Drees. Beim Conversion-Research für LearnVisualStudio.NET stellten sie fest, dass eine große Menge (fast 2/3) der Befragten sich für Anfänger im Thema hielt, und 69,74% der Befragten gaben an, dass sie „am meisten daran interessiert waren, ihren ersten Entwicklerjob zu finden“.

Diese Einsicht wurde genutzt, um ein Experiement der Website-Texte zu bauen. Hier ist das Original:

LeranVisualStudio.net - Änderung durch Website Umfragen Baseline

Quelle: ConversionXL.com

Die Variation:

LeranVisualStudio.net - Änderung durch Website Umfragen

Quelle: ConversionXL.com

Indem sie den genauen Wortlaut der Teilnehmer auf der Website nutzen und ihnen die Antwort auf diesen Bedarf lieferten (nämlich für wen die Lektionen bestimmt sind und welche Leistungen sie erhalten), stiegen die Conversions der Kursseite (+ 9,2%), der Plans & Pricing Seite (+ 24%) und der Seite mit den Lehrplänen (+ 23,9%).

Im zweiten Schritt gruben noch tiefer in den Antworten der Website-Umfrage und nahmen weitere Änderungen vor (Änderungen der Texte ausserhalb des sofort sichtbaren Bereichs [below-the-fold-Copy], CTA, Überschrift usw.).
Ihre Variation übertraf den zwischenzeitlichen Sieger bei den Klicks auf den wichtigsten Call-to-Action Button im sofort sichtbaren Bereich um 66,3%. Das alles in erster Linie durch die Erkenntnisse zu den Kundenstimmen und Website-Umfragen.

Definiere deine Ziele der Website-Umfragen

Die Effektivität deiner Website-Umfrage hängt von klar definierten Geschäftszielen ab. Ansonsten verschwendest du nur deine Zeit.

Also beginne den Aufbau deiner Umfrage-Strategie, indem du dir bereits über deren Ende Gedanken machst. Welche Ziele möchtest du erreichen? Sei präzise. So drückt es KISSMetrics aus:

„Eine offene Aussage wie „um herauszufinden, was meine Kunden wollen“ ist kein konkretes Ziel, weil die Antworten alles bedeuten können. Fragen ohne ein klares Ziel machen es auch unmöglich, eine Prioritätenliste für dein Team oder deine Entwickler zu erstellen.“

Dustin Drees hält den Mangel an Fokus für den größten Fehler, den du bei Website-Umfragen machen kannst. Unklare Ziele führen zu einer Ineffizienz der Umfragen:

Dustin Drees:

“The biggest mistake I see people making with on-page surveys is not having a clear focus on what knowledge they’re seeking with their research. This is a problem because it will create the more common mistakes; asking questions that are too broad in their scope to lead to actionable insights, presenting questions at the wrong time, over-surveying by asking the same question on every page, or asking the wrong questions completely.

Have a clear focus on the reasons for running your survey, so you can identify the right visitors to ask, in the right spots and at the right time.”

Wann soll ich die Frage stellen?

Um festlegen zu können, wann und an wen du deine Website-Umfrage auslieferst, sollten du bei der Entscheidung Folgendes beachten:

  1. Den Besucher qualifizieren (ist es ein zufälliger Besucher oder jemand, der tatsächlich über einen Kauf nachdenkt?)
  2. Zum richtigen Zeitpunkt die richtige Frage stellen (z. B. wenn du einen Besucher im ersten Moment des Besuchs auf einer Produktdetailseite fragst, warum er nicht gekauft hat, wird es viel Verwirrung und Absprünge geben und es entstehen keinerlei Einsichten).

Sie dir die Messwerte für die durchschnittliche Zeit auf der Website und die Seitenaufrufe pro Person an: Stelle Fragen an Personen, die überdurchschnittlich engagiert sind (Qualifizierung der Teilnehmer). Eine Heuristik, der du folgen solltest, besteht darin, vor allem Leute anzusprechen, die knapp über dem durchschnittlichen Engagement liegen. Auf diese Weise erhälst du Besucher, die einen Kauf zumindest in Erwägung gezogen haben.

Stelle die richtige Frage auf der richtigen Seite. Frage deine Besucher nicht nach Antworten zu ihrem Kauf auf deiner Startseite. Diese Frage gehört in den Checkout-Funnel. Frage nicht, „Warum bist du heute hier?“ während deine Besucher bereits im Checkout sind. Ich denke du verstehst das Prinzip.

Welche Fragen solltest du stellen?

Avinash Kaushik schrieb einmal über die „drei besten Fragen aller Zeiten„.
Die Geschichte hinter diesem Artikel war, dass er auf die Frage, welches Analysetool er einem VP für einen kurzen Analysezeitraum empfehlen würde, antwortete, dass sie kein Analysetool installieren sollten. Stattdessen war die Empfehlung eine Website-Umfrage durchzuführen und diese drei Fragen zu stellen:

  1. Was ist der heutige Zweck Ihres Besuchs auf unserer Website?
  2. Konnten Sie heute Ihre Aufgabe erfüllen?
  3. Wenn Sie Ihre Aufgabe heute nicht erledigen konnten, warum nicht?

Er erklärte dann in einem anderen Artikel mehr über die Strategie der Website-Umfrage und erklärte, dass die größte Erkenntnis aus offenen Fragen gewonnen werden könnte:

Avinash Kaushik

“Any good survey consists of most questions that respondents rate on a scale and sometimes a question or two that is open ended. This leads to a proportional amount of attention to be paid during analysis on computing Averages and Medians and Totals. The greatest nuggets of insights are in open ended questions because it is Voice of the Customer speaking directly to you (not cookies and shopper_ids but customers).

Questions such as: What task were you not able to complete today on our website? If you came to purchase but did not, why not?

Use the quantitative analysis to find pockets of “customer discontent”, but read the open ended responses to add color to the numbers. Remember your Director’s and VP’s can argue with numbers and brush them aside, but few can ignore the actual words of our customers. Deploy this weapon.”

Abhängig von deiner Strategie gibt es jedoch noch viele weitere Fragen, die wertvolle Einsichten liefern können. Denke darüber nach, zwei Kategorien von Fragen allgemein zu beantworten:

  1. Warum sind die Besucher auf die Website gekommen? Passt unsere Website zu ihren Bedürfnissen? Wenn nicht, ziehen wir den falschen Traffic an? Oder gibt es hier eine Potenzial, aus dem wir kein Kapital schlagen?
  2. Was sind die Reibungsquellen? Dies ist spezifischer, als „warum haben sie nicht gekauft“ (Das Verständnis dieser Frage ist unser Hauptziel. Die Summe der Reibungsquellen zahlt auf das Gesamtbild ein.)

Beispiele guter Website-Umfragen

Hier sind einige Fragen, die du stellen kannst (Natürlich solltest du den Wortlaut nach Bedarf ändern):

  • Was ist der Zweck Ihres Besuchs heute? (Klärt die Nutzerabsicht)
  • Warum bist du heute hier? (Klärt auch die Nutzerabsicht)
  • Konnten Sie die gesuchten Informationen finden? (Kann fehlleitende Informationen auf der Website identifizieren – wird am besten auf Produktdetailseiten/Leistungsseiten gefragt)
  • Warum haben Sie den Kauf heute nicht abgeschlossen? (identifiziert Reibungen/Hürden/Conversion-Hemmer – stelle diese Frage nur als Exit-Umfrage auf den Checkout-Seiten und bedenke, dass einige Leute noch über den Kauf nachdenken.)
  • Gibt es etwas, das Sie daran hindert, einen Kauf abzuschließen? Ja/Nein -> (im zweiten Schritt der Umfrage nach der Erklärung in den Worten des Kunden fragen – identifiziert die Reibungsquellen/Hürden/Conversion-Hemmer)
  • Haben Sie Fragen, auf die Sie keine Antworten finden konnten? Ja/Nein -> (identifiziert Reibungsquellen, fehlende Informationen auf der Website)
  • Konnten Sie Ihre heutige Aufgaben auf dieser Website erledigen? Ja/Nein, wenn Nein ausgewählt wurde, fragen Sie im nächsten Schritt die offene Frage „Warum nicht?“ (identifiziert Reibung und fehlende Informationen)

Es gibt so viele verschiedene Fragen, die du stellen kannst um verwertbare Einsichten zu erhalten. Alles hängt von deinen strategischen Zielen ab.

Wie du mehr Leute dazu bringst, deine Website-Umfragen zu beantworten

Es gibt keine Zauberformel, die bei jedem Ziel-Publikum ankommt, also musst du hier etwas experimentieren.

In der Regel gibt es zwei Möglichkeiten zum Einrichten einer erfolgreichen Website-Umfrage:

  1. Stellen eine einzige offene Frage.
  2. Stellen eine einfache Ja/Nein-Frage und bitte in einer offenen Frage um eine Erklärung, sobald deine Besucher diese beantwortet haben.

Der zweite Variante funktioniert in der Regel am besten. Der Grund liegt wahrscheinlich in der geringen Hürde und dem geringen initialen kognitiven Aufwand. Im zweiten Schritt greift dann das psychologische Prinzip, das als „Commitment/Consistency“ bekannt ist (erinnerst du dich an Cialdini?). Sobald der Benutzer in die Aufgabe investiert, indem er die leichtere Ja/Nein-Frage beantwortet hat, ist er gezwungen diesen Aufwand zu rechtfertigen, indem er die Aufgabe abschließt.

Hier ist ein Beispiel. Es wurden zwei Fragen gestellt, die fast die gleiche Anzahl an Views haben, aber Variante hat deutlich mehr Antworten erhalten:

Screenshot A/B-Test Website-Umfragen

A/B-Test Website-Umfrage

Was war der Unterschied?

  • Die Gewinnerfrage (517 Antworten): Haben Sie Fragen, auf die Sie keine Antworten finden konnten? Ja / Nein
  • Die „Verlierer“-Frage (182 Antworten): Gibt es etwas, das Sie daran hindert, eine Buchung vorzunehmen? Ja / Nein

Universelle Lektionen kann man aus diesem Test nicht ableiten, außer vielleicht dieser:

  • Du musst mit verschiedenen Formulierungen experimentieren.
  • Je einfacher der Einstieg in deine erste Frage, desto mehr Besucher werden die Umfrage beantworten.

Hier ist ein anderes Beispiel. Die folgenden drei Fragen wurden gestellt:

  1. Warum hast du heute keinen Kauf getätigt?
  2. Was hält dich davon ab, heute einen Einkauf zu tätigen?
  3. Haben Sie Fragen, auf die Sie keine Antworten finden konnten?

Kannst du raten, welche der Fragen zu welchem Ergebnis geführt hat? Die Ergebnisse sind unten (achte das Verhältnis von Views zu Antworten):

Ergebnisse Website-Umfragen

Ergebnisse Website-Umfrage

Die erste Frage war deutlich besser als alle Anderen. Welche Fragen führte zu welchem Ergebnis?

  • Die Frage zu den Zahlen der ersten Zeile (Gewinner) lautete: „Was hält davon ab, heute einen Einkauf zu tätigen?“
  • Die Frage zur zweiten Zeile lautete: „Haben Sie Fragen, auf die Sie keine Antwort finden konnten?“ (Schlechteste Leistung).
  • Der letzte Zeile: „Warum hast du heute keinen Kauf getätigt?“

Was können wir daraus mitnehmen? Es gibt keine universellen Fragen, die bei jedem Publikum funktionieren. Was in unserem vorherigen Beispiel die Gewinnerfrage war, hat bei diesem Publikum am schlechtesten abgeschnitten. Experimentiere also mit den Fragen.

Manchmal können kleine Änderungen an Fragen große Auswirkungen auf die Antwortrate haben. Groove änderte zum Beispiel ihre Frage von „Warum hast du abgebrochen?“ Zu „Was hat dich dazu veranlasst, abzubrechen?“ Und bekam fast die doppelte Anzahl an Antworten.

Niemand kann sicher sagen, warum der Anstieg aufgetreten ist, aber sie formulieren die Hypothese, dass die erste Frage eher anklagend war und den Kunden in die Defensive brachte. Egal ob das stimmt, wichtig ist, kleine Änderungen können manchmal große Uplifts bringen.

Kümmere dich um deine kognitiven Voreingenommenheiten

Genauso wie Kundenbefragungen anfällig für kognitive Verzerrungen sind, treten diese auch bei Website-Umfragen auf. Tatsächlich kann die kognitive Verzerrung in beiden Teilen des Website-Umfrageprozesses leicht auftreten: Bei der Erstellung der Umfrage und bei der Analyse der Ergebnisse.

Zum Beispiel bewirkt der Bestätigungs-Bias, dass du dich vor allem auf Antworten konzentrieren, die das bestätigen, was du ohnehin bereits angenommen hast (während du Antworten ignorierst, die etwas anderes aussagen). Dustin Drees gibt einen Hinweis darauf, wie man einige der gewöhnlich auftretenden blinden Flecken vermeiden kann:

Dustin Drees:
Confirmation bias is always a present risk, as early as deciding what survey you want to run, as well as how and what you ask your site visitors. It is hard to avoid preconceptions of what you expect to be wrong with a page, which can skew your questions and lead you to miss signals in the responses. Before running your survey, have someone not invested in the outcome review your questions.

When analyzing the results, remember that the visitors who participated also inevitably had to choose to participate, which means they don’t represent your entire audience, but only a segment of your audience. This is called voluntary response bias. It is nearly impossible to avoid this bias, but you can minimize the effect of it by being sure you’re asking questions of visitors in only certain moments; asking questions of repeat visitors for instance can be more reliable than asking questions to every site visitor, or presenting your survey at key bottlenecks in your conversion path.”

Mithilfe von Website-Umfragen eine radikale Neugestaltung vorantreiben: Eine Fallstudie

Wenn du ein radikales Redesign durchführen möchtest, solltest du zunächst einige Daten sammeln.

Crazy Egg hat dies vor ein paar Jahren gemacht. Sie hatten eine veraltete Website mit unzureichenden Produktinformationen und wollten den Benutzern ein besseres Erlebnis bieten.

Bevor es zu einem Redesign kam, nutzten sie Kundenumfragen und häufige Tests, um Erkenntnisse zu gewinnen. Zunächst nutzten sie E-Mail-Umfragen, um den aktuellen Nutzern ihre Gedanken zu dem derzeitigen Produkt zu entlocken. Dann haben sie Website-Umfragen durchgeführt.

Die Website-Umfragen erschienen auf mehreren Seiten ihres Projekts und fragten speziell nach Themen der jeweiligen Seite, auf der die Umfrage stattfand.

Wenn beispielsweise ein Besucher die Preisseite verliess, wurde eine Umfrage ausgelöst, die danach fragte, warum sie den Service schließlich nicht gekauft haben. Auf der Jobseite wurden die Bewerber gefragt, welche anderen Tools sie ausprobiert haben, was Crazy Egg geholfen hat, einen Benchmark der Konkurrenz zu machen.

Alle Einsichten, zusammen mit den Erkenntnissen aus Tests und Heatmaps, flossen in ihr Redesign ein. Die Änderungen erhöhten ihre Conversions um 21,6% und senkte die Absprungrate um 13%.

Als Referenz siehst du hier die ursprüngliche Preisseite:

Screenshot - CryzeEgg Preisseite vor dem Re-Design und vor der Website-Umfrage

CrazyEgg Preisseite vor dem Re-Design (https://blog.kissmetrics.com/improve-conversions-through-surveying/)

Die verbesserte Version:

Screenshot CrazyEgg Preisseite nach dem Re-Design durch Website-Umfrage

CrazyEgg Preisseite nach dem Re-Design (https://blog.kissmetrics.com/improve-conversions-through-surveying/)

MarketingSherpa macht vor allem folgende Punkte der Umfragen für die Erkenntnisse verantwortlich:

  • Erkenntnisse zu den Einwänden, die Besucher vor der Anmeldung für das Produkt hatten
  • Die Art und Weise, wie die wertvollsten Kunden das Produkt beschrieben haben
  • Funktionen, an denen Kunden interessiert waren
  • Die Kenntnis, ob Kunden bestimmte Produktmerkmale kennen oder nicht
  • Der Net Promoter Score, um die zufriedensten Kunden zu finden
  • Unterschiede zwischen zufriedenen und unzufriedenen Kunden

Wie bereits erwähnt, solltest du, wenn du ein radikales Redesign durchführen willst, vorher vollständigen Conversion-Research durchführen. Website-Umfragen sind ein wichtiger Teil davon.

Website-Umfrage Tools

Das Tool sollte nur eine sekundäre Überlegung zu deiner Strategie sein. Dennoch gibt es einige Optionen, wenn es um das richtige Tool für deine Website-Umfrage geht. Hier eine Auswahl der bekanntesten Tools:

Was du mitnehmen solltest

Website-Umfragen sind ein wichtiger Bestandteil des Conversion-Research Prozesses. Sie helfen dir, Reibungspunkte, Hürden und Conversion-Hemmer im Einkaufsprozess deiner Besucher zu erkennen und zu beseitigen.

Durch die Umfrage bei deinen Besuchern und die erweiterten Funktionen für das Targeting und Segmentieren durch Umfrage-Tools kannst du mit den On-site-Surveys (Website-Umfragen) viele verschiedene Dinge tun. In diesem Artikel haben wir uns vor allem auf das Sammeln von Optimierungsansätzen zur Bildung von Hypothesen für dein Optimierungsprogramm auseinandergesetzt. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die Sammlung quantitativer Daten wie zum Beispiel der Net Promoter Score (NPS).

Vermeide folgenden Fehler: Wenn du deine Umfragen nur durchführst, um dein teures Tool auch zu nutzen, schadest du dir eher. Du musst bei deiner qualitativen Forschung ein sehr klares Ziel vor Augen haben, ein Ziel, das die Durchführung der Umfragen steuert.

Das solltest du mitnehmen:

  • Stelle die richtige Frage zur richtigen Zeit (wichtig!)
  • Experimentiere mit unterschiedlichen Varianten der Frage, um die Antwortrate zu maximieren.
  • Bedenke bei deiner Website-Umfrage deine persönliche kognitive Verzerrung.
  • Stelle sicher, dass deine Website-Umfragen in den Rest deines Conversion-Research-Prozesses passen und du aus den Ergebnisse auch Handlungen ableitest. Hast du ohnehin keine Zeit, die Ergebnisse zu studieren oder kannst die Erkenntnisse nicht umsetzen, spare dir die Website-Umfrage.

 

About the Author:

Upliftr-Gründer Valentin Espagné hat bereits einen ganzen Weihnachtsmann-Sack mit Landingpages, A/B-Tests und Conversion Optimierungs-Projekten gesehen und betreut. Er ist überzeugt, dass Conversion Marketing Wissen kein Monopol-Wissen bleiben sollte. Wer es dann immer noch falsch macht, der muss eben dafür bezahlen, dass es jemand für ihn erledigt. Als Speaker trifft man ihn auf Online-Marketing-Veranstaltungen auf seiner Mission, die digitale Welt ein Stückchen besser zu machen. Du solltest Valentin auf Twitter folgen. » Mehr Blog-Artikel von Valentin Espagné